In der Weihnachtsbäckerei

08. Januar 2026

In der Weihnachtsbäckerei

In der Weihnachtsbäckerei

SPD-Fraktion wirft einen Blick hinter die Kulissen des traditionellen Handwerks

Es war noch dunkel, als sich sechs SPD-Stadträte mit Bürgermeister Florian Gams in Pleinting bei Stephan Treffer und seiner Frau Sylvia einfanden, um echte Handwerkskunst zu erleben. In der Backstube hatten einige Mitarbeiter bereits sieben Stunden Nachtschicht gearbeitet, während im Laden der Verkauf gerade erst begann. Besonders in der Weihnachtszeit seien in einem traditionellen Handwerksbetrieb viele Herausforderungen zu meistern, erklärt Stephan Treffer bei der Führung durch die Räume.

Das Team der Backstube besteht aus erfahrenen Bäckerinnen und Bäckern, die ihr Handwerk mit Leidenschaft und Sorgfalt ausüben. Jeder Mitarbeitende übernimmt spezielle Aufgaben – vom Abwiegen der Zutaten bis zum kunstvollen Verzieren der Plätzchen. Die Qualifikation ist dabei vielfältig: Neben ausgebildeten Fachkräften arbeiten auch engagierte Hilfskräfte mit, die durch Teamarbeit und gegenseitige Unterstützung den reibungslosen Ablauf sichern. Chef der Backstube ist Oli Mook, der nicht nur qualifizierter Bäckermeister ist und Fachartikel schreibt, sondern auch Seminare gibt und regelmäßig neue Rezepturen ausprobiert. „Ein echter Glücksfall!“, sagt Stephan Treffer, „mit ihm sind wir immer auf dem neuesten Stand der Forschung“. Dies gelte nicht nur für der Verarbeitung des Teigs, sondern auch hinsichtlich der technischen Entwicklungen in der Backstube.

Bei der Auswahl der Zutaten legt die Bäckerei Treffer großen Wert auf Qualität und Verträglichkeit. „Unsere Produkte sind frei von künstlichen Zusatzstoffen und werden mit regionalen Rohstoffen hergestellt“, erklärt Mook. Lange Liegezeiten des Teigs von mindestens 16 Stunden garantieren eine hohe Verträglichkeit und spiegeln sich im Geschmack der Backwaren wider. „Ich will die maschinelle Herstellung von Backwaren, wie sie in den Discounter Märkten angeboten werden, nicht schlecht reden“, erläutert Stephan Treffer. „Bäckereien wie wir, könnten mit unserer Handarbeit, unseren hohen Ansprüchen und der langen Gärzeit des Teigs niemals den Bedarf von 80 Millionen Menschen decken.“ Fabrikware müsse vorrangig auf Masse und Effizienz ausgerichtet sein. Unsere Liebe zum Detail und unsere traditionellen Backmethoden lassen sich maschinell nicht umsetzen.

Allerdings bedeute eine längere Gärzeit – wie sie in der traditionellen Backkunst beim Treffer üblich sei – auch eine bessere Verträglichkeit. Es seien nämlich nicht die Zutaten allein, die ein Brot bekömmlich machen würden, ergänzt Willi Stöhr. Entscheidend sei, wie lange der Teig gekühlt liegen darf. „In dieser Zeit reduziert sich das sog. Fodmap“, erklärt er, und das wirke sich positiv auf die Darmgesundheit aus.

Als Willi Stöhr und Stephan Treffer sich vor drei Jahren entschlossen, die Betriebe zusammen zu legen, war das ein großer Einschnitt für beide. „Ich hatte am 31.12.22 zwei Filialen“, erzählt Treffer. „Am 1.1.2023 hatte ich ein Geschäft mit 10 Standorten und 100 Mitarbeitern“. Wenn der Willi nicht bereit gewesen wäre, uns noch drei Jahre mit Rat und Tat zu unterstützen, wäre der Übergang niemals so geschmeidig gelungen. „Ich bin ihm dafür unendlich dankbar“, sagt Stephan Treffer und sieht den Willi an. „Aber heute ist mein vorletzter Tag und ich muss jetzt noch meine ‚Duchesse‘ backen“, meint Willi Stöhr lachend und geht in die Backstube. Abgehakt hatte er auf seiner Liste bereits Himbeerbussel, Heidesand, Linzer, Spitzbuben und Kipferl.

Die Bäckerei beim Treffer zeige eindrucksvoll, wie wertvoll echtes Handwerk sei, meinte Florian Gams zum Abschied. Die SPD-Stadträte waren beeindruckt vom Engagement des Personals und der besonderen Atmosphäre in der Backstube. Die Vorteile des Handwerks lägen auf der Hand: Individuelle Rezepturen, sorgfältige Verarbeitung und ein unverwechselbarer Geschmack.

Für Kunden bedeute das nicht nur Genuss, sondern auch Vertrauen in die Herkunft und Herstellung ihres täglichen Brots und natürlich der Weihnachtsleckereien. In weihnachtlicher Vorfreude verließen die SPD-Stadträte und Bürgermeister Gams den Treffer in Pleinting - nicht ohne ein Schmunzeln über die leckeren Krapfen, die ihnen Stephan Treffer noch zum Abschied überreicht hatte.

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